Der Elferrat des FCV

Der Elferrat des FCV

von links: Ronny Wolff, Hagen Roth, Gerald Schmidt, Günter Kalensee, Hans Kleinschmidt, Ronny Koschig, Gunter Topf, Dietmar Reukauf, Andre Topf, Heiko Benser, Grit Kretzschmar

Woher kommt eigentlich der Begriff "Elferrat", bzw. die Narrenzahl 11?

Die Elf besitzt in dreierlei Hinsicht historische Tradition.

  • So ist der Begriff Elferrat im Zuge der Rheinischen Karnevalsreform 1823 eingeführt worden und stammt somit aus der Zeit der Besetzung der linksrheinischen Region durch Frankreich im Zuge der Französischen Revolution. Durch die damit verbundene französische Gesetzgebung erhielten die Bürger einige Rechte, wie mehr Redefreiheit und Gleichstellung, vor dem Gericht. Durch die anschließende preußische Vorherrschaft wurden den Bürgern diese Rechte wieder genommen. Um auf die Gleichheit aller Menschen hinzuweisen, bediente man sich der Zahl ELF, die angeblich die Anfangsbuchstaben der Losung der Französischen Revolution symbolisierte und für die Gleichheit aller Menschen stand: „Égalité, Liberté, Fraternité“. So gesehen verstand sich der Elferrat zu Beginn des Karnevals als ein Rat im bürgerlich-demokratischen Sinn, der sich unter der Narrenkappe formieren konnte.
  • Darüber hinaus gilt die Elf als närrische, geheimnisvolle und nicht zufällige Zahl. Der 11. Tag im 11. Monat markierte schon immer den Auftakt zu einer Zeit, deren Höhepunkt die Woche vor Aschermittwoch ist. Denn der 11.11., an dem auch St. Martin gefeiert wird, liegt genau 40 Tage vor Winteranfang, der zeitlich fast mit Weihnachten zusammenfällt. Noch einmal 40 Tage trennen Weihnachten von Maria Lichtmess (markiert im Kalender den frühesten Fastnachtstermin), und rund weitere 40 Tage sind es dann bis Ostern. Ostern trennt wiederum 40 Tage von Christi Himmelfahrt, das einen neuen Jahresabschnitt einleitet. Die Zahl 40 findet sich auch im französischen Wort für die Fastnacht (carême) wieder, das aus "quarante" abgeleitet wurde. Das Martinsfest ist sicherlich älter als die Fastnacht und die Narrenzahl 11, die aber schon im Mittelalter als magische Zahl bekannt war. Als Primzahl, die nur durch sich selbst oder eins teilbar ist, bildet sie zusammen mit der Zahl 13, die allgemein als Unglückszahl gilt, einen sogenannten Primzwilling.
  • Und letztlich entwickelte sich die Elf sprachlich aus dem althochdeutschen "einlif" - was "Eins darüber" bedeutet, also eins über zehn. Wie viele Zahlen wurde die Elf im Mittelalter mit Hilfe des Glaubens gedeutet. Die Heilige Schrift war der Schlüssel, um zu sehen, was gut und böse ist - und gab damit auch den Zahlen ihre Wertung. Die Elf kennzeichnete alle Menschen, die außerhalb der Sittengesetze standen - alle, die die Zehn Gebote überschritten hatten. Damit verwies die Elf allgemein auf die Sünde und die damit verbundenen Vorstellungen von Welt und Weltuntergang im Alten wie im Neuen Testament. Auf alten Kupferstichen und Gemälden des 16. und 17. Jahrhunderts mit Darstellung des Weltuntergangs oder des Jünsten Gerichtes zeigen Uhren stets die elfte Stunde an.
    Erst Mathias Joseph De Noel gab unter dem Eindruck der Französischen Revolution bei der Reform der Kölner Fastnacht der Elf eine neue Deutung: Eins neben Eins als Zeichen der Eintracht unter den Jecken.

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